
Franka Schneider
August 2026
6 Min. Lesezeit

Psychische Erkrankungen sind laut dem aktuellen DAK Gesundheitsreport seit 2026 erstmals der häufigste Grund für Fehltage im Job - und das noch vor Erkältungen und Grippe. Ein starkes Signal für Arbeitnehmer*innen hinsichtlich der zunehmenden Bedeutung der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz. Es verschiebt die Frage von „Kümmern wir uns darum?" zu „Wie schnell handeln wir?". In diesem Artikel zeigen wir, was sich 2026 rechtlich geändert hat und welche praxisnahen Maßnahmen Unternehmen jetzt umsetzen können.
Psychische Erkrankungen sind 2026 zur häufigsten Ursache für Fehltage im Job geworden. Laut dem DAK-Gesundheitsreport vom 20. Juli 2026 stiegen die psychisch bedingten Krankschreibungen im ersten Halbjahr 2026 um neun Prozent und lösten damit die Atemwegserkrankungen an der Spitze ab. Beziffert wird dieser Wert in der zugrunde liegenden Auswertung des IGES Instituts in der Fachzeitschrift Personalwirtschaft mit 184 Fehltagen je 100 Versicherte. Besonders betroffen bleibt weiterhin die Pflege: Im DAK-Gesundheitsreport 2025 verzeichneten Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen mit durchschnittlich 22,5 Fehltagen pro Kopf die höchsten Ausfallzahlen aller Branchen. Depressionen sowie Angst- und Belastungsstörungen sind dabei die häufigsten Diagnosen.

„Der weitere Anstieg der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen insbesondere in Kitas und Pflegeheimen ist besorgniserregend“, sagte der DAK-Vorstandschef Andreas Storm schon 2024. Angesichts dieser alarmierenden Zahlen wird klar, dass Arbeitgeber proaktiv handeln müssen, um das psychische Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden zu fördern.
"Laut einer deutschlandweiten Studie gelingt es 4 von 10 Beschäftigten oft nicht, in ihrer Freizeit von der Arbeit abzuschalten. Das Nicht-Abschalten-Können gilt als Warnsignal für mögliche langfristige Gesundheitsbeeinträchtigungen durch den Job."
Die Pflicht zur psychischen Gefährdungsbeurteilung besteht seit 2013. Neu ist 2026 vor allem, wie streng sie kontrolliert wird. Seit Januar 2026 müssen die Arbeitsschutzbehörden jährlich mindestens fünf Prozent aller Betriebe prüfen. Die psychische Gefährdungsbeurteilung rückt dabei zum systematischen Prüfschwerpunkt auf. Wer keine oder eine mangelhafte Beurteilung vorweist, riskiert Bußgelder zwischen 5.000 und 30.000 Euro. Bei schweren Fällen kann die Geschäftsführung persönlich haften. Parallel hat die BAuA ihr Handbuch überarbeitet, und die reformierte DGUV Vorschrift 2 öffnet die Beurteilung für arbeitspsychologische Expertise. Für Arbeitgeber heißt das: Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung sollte von der Geschäftsführung ernst genommen werden.
Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) von 1996 definiert einen ganzheitlichen Gesundheitsbegriff und verlangt von Arbeitgebern, dass Arbeit so gestaltet wird, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden und verbleibende Gefährdungen möglichst gering gehalten werden. Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Instrument für Präventionsmaßnahmen im Arbeitsschutz. Arbeitgeber müssen die möglichen psychischen und körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz erkennen und dokumentieren sowie entsprechende Schutzmaßnahmen einleiten und umsetzen. Es gibt hier unterschiedliche Herangehensweisen wie das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) und Employee Assistance Programme (EAP).

Viele Unternehmen setzen auf ein Betriebliches Gesundheitsmanagement, um die Widerstandsfähigkeit der Organisation und der Belegschaft zu stärken. Darüber hinaus sind Employee Assistance Programme (EAP) sehr beliebt, um durch externe Beratungen die körperliche und mentale Gesundheit der Mitarbeiter zusätzlich zu fördern.
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) umfasst die Planung, Steuerung und Weiterentwicklung betrieblicher Strukturen und Abläufe, mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen, Organisationsformen und das Verhalten am Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten. Diese Maßnahmen sollen sowohl den Mitarbeitenden als auch dem Unternehmen Vorteile bringen.
Ein Employee Assistance Program (EAP), auch bekannt als externe Mitarbeiterberatung, ist eine Maßnahme zur Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz. Es handelt sich um ein umfassendes und präventives Kurzzeitberatungsangebot, das sich mit gesundheitlichen, beruflichen und persönlichen Anliegen der Mitarbeitenden befasst und nach dem Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe" arbeitet.
Der Hauptunterschied zwischen BGM und EAP ist, dass BGM meist unternehmensintern durchgeführt wird und sich auf Arbeitsthemen fokussiert. Das EAP wird oft ausgelagert und umfasst eine größere Bandbreite an Themen, die auch das Persönliche miteinbeziehen. Im Gegensatz zum BGM bietet EAP direkte und individuelle Unterstützung durch z.B. psychologische Beratung. Dies ermöglicht eine niedrigschwellige und flexible Hilfe für Mitarbeiter, die mit psychischen Problemen kämpfen. Online-Beratung hat sich als wirksam erwiesen, da sie leicht zugänglich und diskret ist.
Ein Beispiel für erfolgreiche Maßnahmen zur Stressbewältigung ist die Einführung von Bewegungspausen. Kurze, regelmäßige Pausen, in denen die Mitarbeiter einfache Übungen oder Spaziergänge machen, können die Produktivität steigern und Stress reduzieren. Unternehmen wie SAP haben solche Programme bereits erfolgreich implementiert.
Entspannungsmethoden wie Meditation oder Atemübungen können ebenfalls in den Arbeitsalltag integriert werden. Google bietet beispielsweise seinen Mitarbeitern Meditationskurse an, um das geistige Wohlbefinden zu fördern. Diese Maßnahmen sind nicht nur kostengünstig, sondern auch einfach umzusetzen und haben einen positiven Einfluss auf die Arbeitsatmosphäre.
Die psychologische Online-Beratung hat sich als wirksame Unterstützung für Mitarbeiter erwiesen, die mit psychischen Problemen kämpfen. Plattformen wie "Bloomindo" oder "PositiveMind" bieten flexible und diskrete Beratungsmöglichkeiten. Unternehmen können solche Dienste als Teil ihres EAP anbieten, um den Mitarbeitern den Zugang zu professioneller Hilfe zu erleichtern.
Mitarbeiter zu gesundheitsförderlichem Verhalten zu motivieren kann eine Herausforderung darstellen, vor allem wenn es um präventive Maßnahmen geht. Hierbei gibt es einige unkompliziert umsetzbare Lösungen, die Unternehmen dabei unterstützen. Ein Beispiel ist die Value-App, die durch attraktive Anreize, Mitarbeitermotivation z.B. zur Integration von Präventionsmaßnahmen in den Arbeitsalltag, schafft. Wie genau das funktioniert, erfährst du hier.

Die Value-App unterstützt Unternehmen nicht nur dabei, Mitarbeiter zu gesundheitsfördernden Maßnahmen zu motivieren, sondern bietet auch eine direkte Verknüpfung zu Gesundheitsangeboten im physischen und psychischen Bereich.
Mit dem Gesundheitsmodul können Einrichtungen Firmenfitness, psychologische Beratung und betriebliche Krankenversicherung an einem Ort bündeln und die Mitarbeitenden können diese direkt in der App buchen. Zur psychologischen Beratung gehört die anonyme Online-Beratung über unseren Partner Bloomindo, mit der Belastung früh aufgefangen wird, bevor daraus Ausfälle werden.
So kann ein Unternehmen auf unkompliziertem Weg Kriterien festlegen, zu denen Mitarbeiter motiviert werden sollen. Jedes Mal, wenn ein Mitarbeiter z.B. meditiert hat oder an einer Maßnahme teilgenommen hat, die die mentale Gesundheit fördert und damit eines der Kriterien erfüllt, werden ihm, mit einer persönlichen Nachricht, Punkte gutgeschrieben. Diese Punkte können anschließend in unterschiedlichste, individuell ausgewählte Prämien, Urlaubstage o.Ä. eingelöst werden. Die Value-App erleichtert Unternehmen den Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand, schafft Anreize zur Steigerung der Mitarbeitermotivation und ermöglicht es Mitarbeitenden sich etwas Gutes zu tun.

Wie kann ich die psychische Gesundheit meiner Mitarbeiter verbessern?
Was sind die besten Programme zur Förderung der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz?
Wie erkenne ich Anzeichen von psychischen Problemen bei meinen Mitarbeitern?
Welche gesetzlichen Anforderungen gibt es in Bezug auf die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz?
Was ändert sich 2026 bei der psychischen Gefährdungsbeurteilung?
Wie messe ich den Erfolg meiner mentalen Gesundheitsinitiativen?
Wie gehe ich mit einem Anstieg von Fehlzeiten aufgrund psychischer Gesundheit um?
Weniger anzeigen
Die zunehmende Bedeutung von mentalen Gesundheitsmaßnahmen in Unternehmen ist nicht zu unterschätzen. Angesichts der steigenden Anzahl von Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen müssen Arbeitgeber proaktive Maßnahmen ergreifen, um das geistige Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter zu fördern. Durch die Integration von Präventionsmaßnahmen, die Förderung eines offenen Dialogs über psychische Gesundheit und die Bereitstellung flexibler Unterstützungsmöglichkeiten können Unternehmen ihre Belegschaft stärken und gleichzeitig ihre Produktivität und Zufriedenheit steigern.
Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Rechtliche Vorgaben können sich ändern – im Zweifel ziehen Sie bitte fachkundigen Rat hinzu. Der Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar und begründet keine Haftung.
Value-Ansprechpartnerin.